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                    <TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><text xml:lang="deu"><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1" n="2"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2" n="40"><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.40" n="1"><p>Hier blüht Kunstsinn neben Sitteneinfalt, und die Wissenschaften ohne
                Ueberfeinerung; der'Reichthum dient nicht der Hoffahrt, sondern dem
                Unteraehmungsgeiste, und die ehrliche Armuth wird nirgends beschämt, vielmehr die
                stumpfsinnige, arbeitsscheue ist eine Schande.<note xml:lang="mul" n="5" place="unspecified"/></p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.40" n="2"><p>Hier versteht es der Staatsmann zugleich Geschäftsmann zu sein, und der Handwerker
                ist mit der Regierungskunst wohl bekannt; denn wer hierin ein Fremdling bleibt, der
                blosse Privatmann, wird nirgends so als Tagdieb angesehen.</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.40" n="3"><p>Hier ist es der Bürger, der in Staatssachen das Beste rathet oder doch beschliessen
                hilft; denn die Besprechung schadet der Thatkraft nicht, sondern gerade die
                Kurzsichtigkeit, welche dem Rufe zur That folgt, ehe sie sich nur darüber hat
                belehren lassen. Denn das ist ein weiterer Vorzug, dass bei uns die kühnste
                Entschlossenheit durch die vorsichtigste Berechnung nicht leidet, während sonst der
                Muth nur aus Unkunde, aus Ueberlegung aber Unentschlossenheit entspringt. Und gibt
                es wohl eine grössere Seelenstärke als die Besonnenheit, die Gefahr und Genuss wohl
                kennt und sich doch dadurch die Lust am Kampfe nicht rauben lässt? </p><pb n="12"/><p/></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.40" n="4"><p>Auch unser Edelmuth ist von einer andern als der gewöhnlichen Art. Denn erstlich
                sind es erwiesene und nicht empfangene Wohlthaten, was unsere Freundschaften
                schliefst, und der Gebende ist immer auch zuverlässiger, um sich die Dankesschuld
                des Wohlwollens bei dem Empfänger stets ausstehend zu erhalten<note xml:lang="mul" n="6" place="unspecified"/> ; während der Verpflichtete fühlt, dass seine
                aufopferndste Freundschaft doch nur Schuldigkeit und kein Verdienst ist und dadurch
                verdrossen wird.</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.40" n="5"><p>Und dann ist es wie nirgend sonst das Selbstgefühl der Freiheit, das uns den Muth
                verleiht, ohne Berechnung des Vortheils einem Jeden beizustehen. </p></div></div></div></div></body></text></TEI>
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