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                    <TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><text xml:lang="deu"><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1" n="2"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2" n="35"><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.35" n="1"><p>Wenn es bisher bei den Rednern an dieser Stätte fast allgemeiner Brauch geworden,
                den Mann zu rühmen, der mit der Bestattung diese Rede verband, weil an dem Grabe
                gefallener Krieger ein ehrendes Wort sich zieme, so würde ich es für hinreichend
                gehalten haben, dass man Helden der That mit einer festlichen Handlung ehre, — wie
                das denn der Staat durch die Bestattung gethan hat, deren Zeugen ihr so eben gewesen
                — und würde die Verherrlichung so vieler Männer nicht einem Einzelnen und der
                zufälligen Wirkung seines Vortrags anheimgegeben haben.</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.35" n="2"><p>Denn wie schwer ist es, da das Rechte zu sagen, wo sich schon die Ueberzeugung von
                der Wahrheit des Gesagten kaum erreichen lässt. Für den eingeweihten und
                wohlwollenden Zuhörer wird gar manches hinter seinen gerechten Erwartungen
                zurückbleiben, während den unkundigen der Neid wieder ebensoviel Uebertreibung darin
                finden lässt, wenn er an höhere Beweggründe glauben soll, als er selber kennt. Denn
                Lobreden auf andere erträgt der Mensch nur so weit, als er die Kraft zu den
                Handlungen, die man ihm erzählt, wenn auch nur zum Theil, in sich findet; jede
                weitere Zumuthung<note xml:lang="mul" n="1" place="unspecified"/> weckt nur den Neid
                und man will nicht mehr glauben.</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.35" n="3"><p>Weil denn aber unsere Vorfahren diese Einrichtung für angemessen erkannt haben, so
                will auch ich dem Gesetze Genüge thun, indem ich es versuche, den Erwartungen und
                Ansichten dieser Versammlung nach allen Seiten möglichst gerecht zu werden. </p></div></div><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2" n="36"><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.36" n="1"><p>Lasst mich mit unsern Ahnen beginnen; wir erfüllen nur eine Pflicht der Dankbarkeit
                und ehren uns selber, wenn wir bei dieser Feier ihnen ein Wort ehrender Erinnerung
                widmen.</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.36" n="2"><p>Ihrer Tapferkeit dankt noch jetzt das Vaterland seine Freiheit, und nie haben
                Wanderungen die Reihe von Geschlechtern unterbrochen, <pb n="9"/> die sie uns
                überliefert. Und dieser Dank, den wir ihnen zollen, gebührt er nicht mehr noch
                unsern Vätern, die zu dem Erbe der Vorzeit noch das mächtige Reich, das wir
                beherrschen, wahrlich nicht mühelos erworben und dem jetzt lebenden Geschlechte
                hinterlassen haben?</p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="cts:urn:tlg0003.tlg001.1st1K-ger1:2.36" n="3"><p>Seine jetzige Ausdehnung aber haben wir selber, die Männer in mittleren Jahren der
                gegenwärtigen Generation, ihm gegeben<note xml:lang="mul" n="2" place="unspecified"/> und dem Vaterlande zu dem unbedingtesten Besitz aller Hülfsmittel für Krieg und
                Frieden verholten.</p></div></div></div></div></body></text></TEI>
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